Sankt Joseph Moscati
Der heilige Arzt von Neapel - 1

Antonio Tripodoro s.j. - Egidio Ridolfo s.j.
[Übersetzt von Caterina Esempio]

1. Wer ist St. Joseph Moscati? -- Die Eltern -- Ausbildung -- Universität und Krankenhaus

2. Direktor des Inst. für pathologische Anatomie -- Chefarzt bei Incurabili Krankenhaus

3. Moscati als Lehrer -- Wissenschaft und Glaube -- Arzt der Armen

4. Der unerwartete Tod -- Seligsprechung -- Heiligsprechung

Wer ist St. Joseph Moscati?

Paul VI.

Paul VI., der Papst, der ihn seliggesprochen hat

„Wer ist den Mann, der heute allen als imitations- und verehrungswürdig hingestellt wird?
Er ist einen Laie, der sein Leben zu einer Mission gemacht hat und es mit evangelischer Glaubwürdigkeit erlebt hat...
Er ist einen Arzt, der seinen Job als eine Schule von Apostolat, eine Barmherzigkeitsmission erlebt hat...
Er ist einen Universitätsprofessor, der ein Kielwasser tiefer Verehrung unter seinen Studenten hintergelassen hat...
Er ist einen großen Wissenschaftler, der für seine internationalen wissenschaftlichen Beiträge berühmt war… Das ist sein Leben…"

Johannes Paul II.

Johannes Paul II., der Papst, der ihn heiliggesprochen hat

„Der Mann, den wir als Heilige der Weltkirche seit heute anrufen werden, erscheint uns als eine tatsächliche Verwirklichung vom Ideal des christlichen Laien.
Joseph Moscati, Chefarzt, ausgezeichneter Forscher, Universitätslehrer für Humanphysiologie und physische Chemie, erlebte seine vielseitigen Aufgaben mit dem Fleiß und Ernst, die für die Ausübung dieser schwierigen weltlichen Berufe notwendig sind.
Von diesem Standpunkt aus ist Moscati ein Vorbild nicht nur zu bewundern, sondern, besonders von Sanitätspersonal, nachzuahmen…Er stellt sich als Vorbild auch für die Leute, die sein Glaube nicht billigen."

Die Eltern

Die Familie Moscati kommt aus S.Lucia di Serino, kleinem Dorf in der Nähe von Avellino. Hier, im Jahr 1836, ist Francesco, der Vater des zukünftigen Heiligen, geboren. Er studierte Jura und schlug die Laufbahn des Richters glänzend ein.
Er war Richter am Gericht von Cassino, Vorsitzender des Gerichts von Benevento, Berufungsgerichtsrat in Ancona und danach in Neapel, wo er am 21. Dezember 1897 starb.

In Cassino lernte Francesco Moscati Rosa de Luca, Tochter des Marquis von Roseto, kennen und heiratete sie. Sie hatten neun Kinder, Joseph war der siebente.
Solange er lebte, brachte der Vater des Heiligen die Ehefrau und die Kinder jedes Jahr ins Geburtsdorf mit, um sich ein wenig Ruhe zu gönnen und in Verbindung mit der Natur zu sein. Sie gingen zur Kirche der Klarissin zusammen, um am Gottesdienst, den Francesco selbst oft ministrierte, teilzunehmen.

In zwei Briefen erwähnt St. Joseph Moscati das Geburtsdorf. Der Erste ist vom 20. Juli 1923 und wurde während seiner Reise nach Frankreich und England geschrieben: „Um 14.20 Abfahrt nach Modane, nach Frankreich. […] Wir fahren durch Täler, die von Kastanien bedeckten Bergen eingeschlossen sind (Borgone). Da und dort liegt das Silberband der Flüsse: diese Landschaft ist ja der unvergesslichen Landschaft von Serino ähnlich. Irpinia ist doch den einzigen Ort der Welt, wo ich gerne meine Tage verbringen würde, da es dort die liebsten, süßen Erinnerungen meiner Kindzeit und die Gebeine meiner Verwandten eingeschlossen werden!"

Francesco Moscati,
Vater des Heiligen

Rosa De Luca,
Mutter des Heiligen

   

Sehnsucht!…

Ich sehne mich, oh geliebter
Geburtsort!…
Ich sehne mich nach der Erinnerung
des grünen Abhang…
Ich sehe dich von weitem,
aber traurig,
weit wandernd,
verabschiede ich mich für immer von dir,
      grausames Schicksal!

Der süße Friede
meiner zärtlichen Jahre,
in deinem vorsorglichen Schoß glücklich gelebt,
ist die süße Erinnerung,
die ich von dir aufbewahre,
      Geburtsort.

Der zweite Brief wurde am 19. Januar 1924 geschrieben, nachdem er vom Tod seines Onkels erfahren hatte: „Der Tod von Onkel Carmelo stellt das Ende von so vielen lieben Erinnerungen dar, die mit ihm verbunden sind. Oh, die süßen Erinnerungen der Kindzeit, des Gebirges von Serino! Sachen und Leuten vom Dorf meines Vaters sind unauslöschlich in meinem Herz. Und der Tod jedes Zeugen meiner vorigen Sorglosigkeit stellt noch eine Enttäuschung dar: der romantische Teil meiner Persönlichkeit wird vernichtet. Und je mehr fühle ich mich allein, desto mehr fühle ich mich neben Gott!"

Moscati widmete S. Lucia di Serino ein kurzes Gedicht auch, das seine besondere Empfindlichkeit bestätigt. Er schrieb es am 10. April 1900, als er zwanzig Jahre alt war und Medizin studierte.

Humane und christliche Ausbildung

Joseph Moscati als Kind mit seiner Schwester Nina

Joseph Moscati war am 25. Juli 1880 in Benevento geboren.
Joseph war Sohn von Francesco, Vorsitzender des Gerichts von Benevento, und Rosa de Luca, Tochter des Marquis von Roseto. Er war das siebente von neun Kindern.

Sechs Tage nach der Geburt wurde er von P.Innocenzo Maio zu Hause getauft. Es war den 31. Juli 1880, das Fest des Hl. Ignatius.
Im Jahr 1881 wurde sein Vater zum Berufungsgerichtsrat befördert und zog mit der Familie nach Ancona um. Im Jahr 1884 wurde er als Vorsitzender des Berufungsgerichts nach Neapel versetzt.

Die erste Begegnung des kleinen Josephs mit dem eucharistischen Jesus fand am 8. Dezember 1888 in der Kirche der Mägde des Heiligen Herzens von Neapel während eines von Monsignore Enrico Marano abgehaltenen Gottesdienstes statt.

Wir haben keine weiteren Nachrichten von diesem Ereignis. Trotzdem kann man sagen, daß die Grundlagen für das eucharistische Leben, ein Geheimnis der Heiligkeit von Professor Moscati, jenen Tag gegründet wurden.

Nach der Grundschule meldete Joseph sich am humanistischen Gymnasium an, und seit dem Jahr 1889-90 besuchte er das Vittorio Emanuele Institut, wo er das Abitur im Jahr 1897 mit sehr gutem Erfolg bestand.

Zwei Monaten nach dem Anfang des medizinischen Studiums wurde der junge Moscati von einer schweren Trauer überkommen, die eine tiefe Spur in seinem Leben hinterlassen wird. Sein Vater Francesco wurde von Hirnblutung gegriffen und starb nach zwei Tagen, am 21. Dezember 1987, nachdem er die Sakramente empfangen hatte.

Im Universitätskreis zeichnete Moscati sich durch seinen Ernst und Fleiß weiter aus und am 4. August 1903 bestand er die Abschlussprüfung und diskutierte seine Magisterarbeit über die Leberurzeugung mit sehr guten Erfolg.

Universität und Krankenhaus

Nach dem Studiumsabschluss wurden die Universität und das Krankenhaus die wichtigsten Bereiche vom jungen Arzt Joseph. Bald bestand er mit Erfolg die Prüfung als Sonderhilfe beim Incurabili Krankenhaus (1903), diejenige als Assistent beim Physiologischen Chemie Institut (1908) und bekam befriedigende Würdigungen im wissenschaftlichen Bereich.

Noch eine Trauer ergriff Moscati am 12. Juni 1904. Sein Bruder Alberto starb in Benevento. Er war leidend an epileptisches Syndrom infolge eines Falls vom Pferd während eines militärischen Umzuges im Jahr1892.

Häufig verbrachte Joseph viele Stunden mit dem Bruder, um ihn zu pflegen. Diese Erfahrung trug zu seiner Wahl für das medizinische Studium bei. Diese Entscheidung stellte einen einzigen Fall in seiner Familie dar und darüber diskutierten sie lange.

Joseph Moscati als Universitärstudent

Im Jahr 1906 brach der Vesuv aus und Moscati zeichnete sich durch die Hilfeleistung aus. In Torre del Greco laß er das Krankenhaus räumen und half die Kranken vor dem Zusammenbruch des Daches auszugehen.

Nach zwei Tagen sendete er einen Brief dem sanitären Generaldirektor von Ospedali Riuniti, in dem er Gratifikationen für die Leute, die geholfen hatte, vorschlug und darum bat, nicht erwähnt zu werden.

Im Jahr 1911 bewarb Doktor Moscati sich um ordentlichen Gehilfe bei Ospedali Riuniti. Mit einunddreißig Jahre alt war er den Erste in der Rangliste dieses wichtigen Auswahlverfahrens, das im Jahr 1880 letztmals ausgeschrieben worden war und woran Ärzte aus verschiedenen Orte deswegen teilnahmen.

In demselben Jahr ernannte die Chirurgische Realakademie ihn zum beigeordneten Mitglied nach Vorschlag von Antonio Cardarelli und das Unterrichtsministerium vergab ihm die Privatdozentur für Physiologische Chemie.

1. Wer ist St. Joseph Moscati? -- Die Eltern -- Ausbildung -- Universität und Krankenhaus

2. Direktor des Inst. für pathologische Anatomie -- Chefarzt bei Incurabili Krankenhaus

3. Moscati als Lehrer -- Wissenschaft und Glaube -- Arzt der Armen

4. Der unerwartete Tod -- Seligsprechung -- Heiligsprechung


Home Page

moscati@gesuiti.it